Klimakonferenz in Paris: Hausarrest am Menschenrechtstag
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- 11 Dezember 2015

Angst vor Repression (Foto: privat)
Gleich um die Ecke das "Bataclan". Vorm überfallenen Konzertsaal Blumenberge, Briefe, Trikoloren und Gedenkkränze. Der Verkehr staut sich, als wolle die Blechlawine den Opfern der islamistischen Angreifer ihre Trauer kundtun. "Die Attentäter waren junge Leute, ihr soziales und geistiges Elend wurde von Terroristen ausgenutzt", erklärt der Taxifahrer. Und Krieg ist die falsche Antwort. "Jeder tote Muslim ist Gratiswerbung für die Terroristen". Auf Arabisch gäbe es ein Sprichwort: "Eine falsche Antwort auf eine Verletzung kann oft noch viel schlimmer sein als diese".

Eva dans la rue (Foto:privat)
Im CICP, einem alternativen Ort des Protestes, erklärt uns das juristische Unterstützerteam den Ernst der Lage für KlimaaktivistInnen. Sie wollen unerkannt und ungenannt bleiben, aus Angst vor Repression. Über 20 Männer und Frauen seien in ganz Frankreich unter Hausarrest, wird mit erzählt. Ganz zu schweigen von den über 300 MuslimInnen, die im Zusammenhang mit der Terroristenjagd hinter Gittern sitzen. Möglich macht das der dekretierte Ausnahmezustand, der bis zum Ende der Konferenz am Sonntag gelten soll. Jeden Tag müssen die Betroffenen einmal quer durch die Stadt. Und sich bei den Behörden melden. Viele hätten bereits ihre Jobs verloren. Darunter einer, der bisher am Flughafen gearbeitet hat: Hochsicherheitszone, nichts für Hausarrestler. Woher die Miete kommen soll, egal. Dabei kosten in Paris 15 Quadratmeter nicht selten 800 Euro im Monat. Und nicht in einem Luxusquartier, in normalen Stadtvierteln. Klimademos in der Stadt bleiben weiter verboten.

Foto: privat
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